Sorgfaltspflichten und internationales Sanktionsrecht

09.02.2026 – Compliance

I. Sorgfaltspflichten

1. Anpassung der Liste A bzgl. Staaten mit strategischen Mängel

Die beiden Delegierten Verordnungen (EU) 2026/46 und 2026/83 der Europäischen Kommission vom 4. Dezember 2025 zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1675 betreffend die Ermittlung von Drittländern mit hohem Risiko, die strategische Mängel aufweisen1 in der EU am 29. Januar 2026 in Kraft treten werden.

Durch die DelVO 2026/46 kommt es zur Aufnahme von Russland in die EU-Liste der Drittländer mit hohem Risiko. Die DelVO (EU) 2026/83 wiederum führt zur Aufnahme von Bolivien und den Britischen Jungferninseln in diese Liste (beide aufgrund ihrer FATF-Listung bereits in der Liste A enthalten) sowie zur Streichung von Burkina Faso, Mali, Mosambik, Nigeria, Südafrika und Tansania aus dieser Liste.

Die Übernahme der Anpassungen auf der EU-Länderliste in die FMA Liste A ist nach derzeitigen Informationsstand mit 6. Februar 2026 geplant. Sobald die EWR-Übernahme erfolgt ist, wird die FMA die aktualisierte Liste auf der FMA-Website veröffentlichen und darüber informieren.

Um den Sorgfaltspflichtigen nach Veröffentlichung der aktualisierten Liste A ausreichend Zeit für die Implementierung dieser Änderungen zur Verfügung zu stellen, erachtet es die FMA als ausreichend, wenn die notwendigen Anpassungen in den jeweiligen Systemen bis zum 6. März 2026 durchgeführt werden (sollte es iZm der Übernahme in den EWR zu Verzögerungen kommen, wird die FMA darüber informieren).

Von Seiten der CPL wird erneut darauf hingewiesen, dass bei Staaten mit strategischen Mängel bereits eine Beteiligung2 in der gesamten Mandatsbeziehung ausreichend ist, um diese in der Risikoeinstufung «hoch» führen zu müssen. Bei den sonstigen geografischen Risiken gemäss Liste A sind der Personenkreis hingegen enger gezogen und die relevanten Berührungspunkte abschliessend definiert.

II. Internationales Sanktionenrecht

UK Sanctions List (UKSL): Vereinheitlichte UK-Designationsliste

Das Vereinigte Königreich hat per 28. Jänner 2026 auf eine einheitliche, staatliche Designationsliste umgestellt: Die UK Sanctions List (UKSL) ist nun die alleinige Quelle für sämtliche UK-Sanktionsdesignationen. Die bisherige OFSI Consolidated List of Asset Freeze Targets wurde zeitgleich geschlossen und wird nicht mehr aktualisiert (nur noch Referenz) – das betrifft auch das OFSI-Suchtool: Es durchsucht nur noch Designationen bis zum Stichtag, aktuelle Designationen laufen über UKSL und das neue UKSL-Search.

1 Beide veröffentlicht am 9. Januar 2026.

2 Das sind zB Transaktionen, Korrespondenzbanken, Wohnsitze, Niederlassungen, enge persönliche oder berufliche Beziehungen insbesondere von wirtschaftlich berechtigten Personen, Herkunft der SoF/SoW.

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